Filmreview #2 | The Girl with All the Gifts

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag, der mich wieder einmal zu einem tollen Filmereignis eingeladen hat. Diesmal durfte ich die Buchverfilmung „The Girl with All the Gifts“ des gleichnamigen Buches (im deutschen „Die Berufene“) im Kino anschauen. Zusammen mit meinen zwei Mädels ging es also vor einigen Tagen ins Kino, um die hübschen Kinokarten einzulösen.

Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte nur bis zu meiner Meinung lesen, da eventuell einige Spoiler auftauchen werden.

Filmdaten

Titel: The Girl with All the Gifts
Originaltitel: The Girl with All the Gifts
Kinostart: 9. Februar 2017 (Deutschland)
Länge:  1 Stunde 52 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Regie: Colm McCarthy
Genre: Drama, Horror, Thriller

Bewertung:
5-sterne

Trailer

Inhalt

In einer gar nicht so weit entfernten Zukunft sorgten Pilze dafür, dass fast alle Menschen zombieartige Wesen mit großem Verlangen nach Fleisch geworden sind. Die gefährlichen Kreaturen werden „Hungries“ genannt und die einzige Chance, sie zu heilen, besteht in ein paar Kindern. Deren Mütter wurden während der Schwangerschaft infiziert, der Nachwuchs aber wirkt noch vergleichsweise normal. Dr. Caldwell (Glenn Close) führt Experimente an den Kindern durch, Sergeant Parks (Paddy Considine) behält sie während des täglichen Schulunterrichts im Auge. Ein Kind unterscheidet sich deutlich von den Altersgenossen in der Militärbasis: Melanie (Sennia Nanua), sie ist intelligenter, will ständig lernen und hat viele Einfälle. Als Hungries die Basis überrennen, entkommt Melanie mit Dr. Caldwell, Sergeant Parks und ihrer Lieblingslehrerin Miss Helen Justineau (Gemma Arterton). Draußen warten Chaos und Zerstörung… (Quelle: filmstarts.de)

Meine Meinung

Trotz meiner Angst vor allen Horror und Thriller Filmen und Serien, habe ich mich in diesen Film gewagt. Ich selbst habe das Buch zwar noch nicht gelesen, aber bisher nur positives gehört gehabt. Auch der Trailer kam mir zwar spannend vor, schreckte mich aber nicht ab. Auch alles Zombie bezogene ist sonst nicht mein Lieblingsthema, doch hier sah man schon im Trailer, dass es über das was man als normalen Zombiefilm bezeichnen würde hinaus geht. Direkt zu Beginn: Ich wurde definitiv nicht enttäuscht, sondern konnte den Film wirklich genießen.

Die Handlung des Filmes ist trotz ruhiger Momente und Szenen niemals langweilig. Auch ist die Stimmung immer spannend, aber niemals so, dass ich als nicht Horror gewohnter Mensch sehr viel Angst hatte. Schon direkt zu Anfang wird die Sympathie zur Hauptperson Melanie aufgebaut. Unwirkliche Szenen bei dem ein normal wirkendes Mädchen grob und gewaltsam an einen Rollstuhl gefesselt wird und zusammen mit anderen Kindern in eine Art Klassenraum geschoben wird. Natürlich fehlt hier der Effekt etwas, wenn man im voraus schon den Trailer gesehen hat, denn dann weiß man bereits weshalb diese Szene so zustande kommt. Nichtsdestotrotz ist es im ersten Moment erschreckend. Auch im weiteren Verlauf des Films beweist Melanie immer wieder, dass man ihr trauen kann, weshalb ich immer mehr Sympathie zu diesem fröhlich plaudernden Mädchen aufbaute. Erst ganz am Ende des Films realisiert man, dass Melanie genau das ist: Ein junges Mädchen, dass in ihrer Weitsicht noch nicht weit genug entwickelt ist und ihr ganzes Leben in Gefangenschaft verbracht hat. Aber auf das Ende möchte ich erst gegen später genauer eingehen.

Die ganze Atmosphäre des Films war wundervoll umgesetzt. Dies war vor allem durch die passende Musik des Films verschuldet, die perfekt auf die Bilder abgestimmt war. Aber auch der Schnitt und die Kameraführung war ganz und gar nicht langweilig. Die dystopische Welt ist so perfekt in Szene gesetzt worden. Allerdings habe ich mich hier während des Films das ein oder andere mal gefragt, ob es immer die zerfallene, verstaubte, verwucherte Stadt-Szenerie sein muss, um eine Dystopie echt wirken zu lassen? Eine Szene ist mir beispielsweise besonders im Kopf geblieben: Ein Blick über die Dächer einer zerstörten Stadt und auf dem Dach eines Gebäudes ein umgestürzter, verrostet und verdreckter Mercedes Benz Stern. Eine genaue Zeitangabe wurde meines Wissens nicht gegeben, meines Eindrucks nach durfte die Entstehung der „Hungrys“ aber nicht so lange her sein, als das ein Mercedes Benz Stern solch einen Schaden davon trug. Aber davon abgesehen, war die Szenerie in sich wirklich stimmig.

Abschließend möchte ich nun nochmal auf das Ende des Filmes eingehen, der dem ganzen noch einmal eine Krone aufgesetzt hat. Denn das Ende war nicht wie erwartet eine 0815 Auflösung, in dem ein Heilmittel oder Impfstoff für den Pilzbefall in den Köpfen der Menschen gefunden wurde, sondern etwas sehr viel überraschenderes und essentielleres. Nämlich die Frage, wer bestimmt, welche Spezies die einzig wahre ist, um den Planet zu bevölkern? Melanie stellt hier in Frage, ob die ursprünglichen Menschen (ohne Pilzbefall) die einzig wahre Lebensform seien, oder ob die „Hungrys“ und ihre zweite Generation (zu der Melanie zählt) einfach eine weiterentwickelte Form der Menschen ist. Hier merkt man aber auch, dass Melanie tatsächlich noch ein Kind in ihrem Denken und Handeln ist, so wie ich oben beschrieben habe. Denn am Ende ist sie der Auslöser dafür, dass alle noch verbliebenen Menschen vom Pilz befallen werden, mit einer Ausnahme. Ein für mich wirklich gelungenes Ende, dass sowohl ein Thema anspricht das heute genauso aktuell ist, aber auch sehr überraschend ist und trotzdem nicht enttäuscht, sondern nachdenklich zurücklässt. Der einzig negative Punkt der mir zu diesem Ende einfällt ist, dass im übrigen Film dieser Konflikt nicht deutlich angesprochen wird. Erst wirklich kurz vor dem Ende wird diese Frage aufgeworfen.

Fazit

Bei diesem Film kommen alle Dystopie-, Zombie- und Horror-Liebhaber auf Ihre Kosten. Auch hier und da, gibt es ein paar Lacher, die der Film hergibt. Lasst euch trotzdem nicht abschrecken, wenn ihr euch normalerweise weder für Zombies noch für Horror erwärmen könnt. Auch ich als großer Angsthase konnte mir alles ansehen und war absolut begeistert. Vor allem das Ende und die damit verbundene Nachricht, machen ihn zu etwas ganz Besonderem. Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen, was diesen Umfang allerdings sprengen würde. Ich kann nur sagen: Schaut euch den Film an! Perfekt umgesetzt waren für mich vor allem auch die Musik und die filmerische Leistung. Eine gelungene Besetzung runden für mich dieses Filmerlebnis ab, weshalb ich den Film jedem ans Herz legen möchte. Somit gibt es absolut verdiente 5 von 5 Sternen von mir.

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