»Babel« von R. F. Kuang

Titel: Babel
Serie: –
Autor/in: Rebecca F. Kuang
Verlag: Eichborn
Seitenzahl: 733 Seiten
Preis:   26,00 € [Hardcover] / 19,99 € [E-Book]
ISBN: 978-3-8479-0143-3

Inhalt

1828. Robin Swift, den ein Cholera-Ausbruch im chinesischen Kanton als Waisenjungen zurücklässt, wird von dem geheimnisvollen Professor Lovell nach London gebracht. Dort lernt er jahrelang Latein, Altgriechisch und Chinesisch, um sich auf den Tag vorzubereiten, an dem er in das Königliche Institut für Übersetzung der Universität Oxford – auch bekannt als Babel – aufgenommen werden soll. Oxford ist das Zentrum allen Wissens und Fortschritts in der Welt. Für Robin erfüllt sich ein Traum, an dem Ort zu studieren, der die ganze Macht des britischen Empire verkörpert. Denn in Babel wird nicht nur Übersetzung gelehrt, sondern auch Magie. Das Silberwerk – die Kunst, die in der Übersetzung verloren gegangene Bedeutung mithilfe von verzauberten Silberbarren zu manifestieren – hat die Briten zu unvergleichlichem Einfluss gebracht. Dank dieser besonderen Magie hat das Empire große Teile der Welt kolonisiert. Für Robin ist Oxford eine Utopie, die dem Streben nach Wissen gewidmet ist. Doch Wissen gehorcht Macht, und als chinesischer Junge, der in Großbritannien aufgewachsen ist, erkennt Robin, dass es Verrat an seinem Mutterland bedeutet, Babel zu dienen. Im Laufe seines Studiums gerät Robin zwischen Babel und den zwielichtigen Hermes-Bund, eine Organisation, die die imperiale Expansion stoppen will. Als Großbritannien einen ungerechten Krieg mit China um Silber und Opium führt, muss Robin sich für eine Seite entscheiden … Aber kann ein Student gegen ein Imperium bestehen? (Quelle: https://www.luebbe.de/babel/)

Meine Meinung

– Achtung Spoiler! –

»Babel« ist ein Buch, dass ich schon eine ganze Weile auf seinem Weg in deutsche Buchregale begleiten darf. Denn wer einen Blick ins Impressum wirft, wird meinen Namen dort als Herstellerin lesen. Die Faszination um dieses Buch, hat auch mich von der ersten Minute an gepackt. Nicht nur, dass ich hautnah an dessen Entstehung teilhaben durfte, auch inhaltlich, hat es mich direkt überzeugt. R. F. Kuang hat zwischen diese zwei Buchdeckel so viel gepackt, dass es fast platzt. Wirklich, meine Ausgabe, quillt schon über!

Direkt vorne weg, »Babel« ist kein leichtes Buch für zwischen drin. Vor allem da es Themen wie Rassismus und Kolonialismus nicht nur am Rande behandelt, sondern hier mit dem Finger direkt in die Wunde drückt. Auch wenn das Setting in Oxford 1836 spielt und Fantasy-Elemente mit Historie verbindet, sind die behandelten Themen so aktuell wie nie. Zusätzlich sind im Text auch nicht übersetzte Wörter aus anderen Sprachen, sowie viele Fußnoten. Es ist also definitiv kein Buch für Kinder.

Mich hat am Meisten das historische Setting in Oxford angezogen, als ich das Buch, das erste Mal in die Hand nahm. Aber am Ende überzeugt, hat mich der Schreibstil, die Intensität, die Magie, die Charaktere und die Themen. Trotzdem bin ich ehrlich, ich musste auch oft schlucken, wenn da mal eben eine ziemlich rassistische Aussage getroffen wurde. Denn in der heutigen Zeit, sind wir deutlich sensibler solchen Ausdrucksweisen gegenüber. Und das ist gut! Ich denke nur wenn es wehtut, und das tut es in diesem Buch, werden wir es schaffen auch weiterhin gegen Alltagsrassismus und Vorurteile anzukommen. Also lasst euch nicht vom schönen Aussehen des Buches verzaubern, es steckt ganz schön was zwischen den zwei Buchdeckeln.

Eins noch zum Schluss: Der männliche Protagonist, die Magie, bei alle dem ist natürlich der »Harry Potter«-Vergleich ziemlich nah dran. Aber »Babel« ist hier inhaltlich genau an den richtigen Stellen noch so viel mehr.

Fazit

Rebecca Kuang ist wirklich eine Meisterin der Sprache und dieses Buch bringt einen zum Nachdenken. Auch wenn das Konzept problematische Themen in Fantasy-Welten und Raum und Zeit zu verstecken kein Neues ist, schafft »Babel« es trotzdem einen aufs neue zu Begeistern und Überraschen.

Kauft dieses Buch! Mehr kann ich eigentlich nicht sagen. Auch wenn ihr von dem riesigen fast 800-Seiten dicken Backstein abgeschreckt seid … Schaut euch an wie schön es aussieht. Deshalb allein, sollte es in eurem Regal stehen. Aber natürlich auch, weil es inhaltlich absolut fantastisch ist.

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